Erziehungspartnerschaft mit Eltern

-Erziehungskonzept-

Bildung und Erziehung kann nur gelingen, wenn Kinder, Eltern, Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter/innen diese als gemeinsame Aufgabe verstehen. Aus diesem Grund haben die Lehrkräfte und das weitere pädagogische Personal im Rahmen eines gemeinsamen pädagogischen Tages bestehende Erziehungskonzepte evaluiert und aus den Ergebnissen einen Erziehungsvertrag entwickelt, der von den Eltern in der Schulpflegschaft noch ergänzt wurde (siehe unten im Anhang).

In unserer Schule gibt es viele Menschen. Damit sich hier alle wohlfühlen, gut arbeiten und lernen können, wollen wir aufeinander Rücksicht nehmen. Jedes Kind sollte unsere Schule als einen friedlichen Ort erleben, an dem alle respektvoll miteinander umgehen. In einem harmonischen Schulleben gibt es aber Aufgaben und Regeln, an die sich jeder halten muss. Diese Regeln gelten sowohl im unterrichtlichen als auch im außerunterrichtlichen Bereich, also am ganzen Schultag von 7.00 bis 16.30 Uhr (siehe unten im Anhang).

Regelverstöße können seit dem Schuljahr 2015/16 mit Hilfe eines Reflexionsbogens von dem jeweiligen Kind bearbeitet oder in der wöchentlichen Klassenratsstunde diskutiert werden.

Seit dem Schuljahr 2014/15 gibt es darüber hinaus ein Streitschlichterprogramm an der Grundschule Ummeln. Unter Leitung unseres Schulsozialarbeiters, Herrn Nefen, werden jedes Jahr Schülerinnen und Schüler in der Streitschlichter-AG zu Mediatoren ausgebildet. Unsere bereits ausgebildeten Streitschlichter bieten einmal wöchentlich eine offene Streitschlichtersprechstunde an, zu der sich jedes Kind nach Bedarf anmelden kann. Ziel dieser Sprechstunde ist es, eine gemeinsame Lösung für die Anliegen und Konflikte der Kinder zu finden. Außerdem sind sie seit dem Schuljahr 2017/18 auch in der Pause aktiv. Sollten Probleme in der Pause nicht lösbar sein, kommt ein Stufenplan zum Tragen, der zuammen mit dem Schulsozialarbeiter entwickelt wurde:

Stufenplan: Fehlverhalten auf dem Schulhof / in der Schule in den Pausen

Stufe 1

Konkreter Vorfall:

  • - Pausenhofaufsichten oder die Streitschlichter regeln die Situation
  • - UND/ODER melden den Vorfall dem/der Klassenlehrer/in

- Besprechung des Vorfalls mit dem/der Klassenlehrer/in und/oder Klärung in der Klassenratsstunde

- Ausfüllen des Reflexionsbogens „Mein Verhalten und die Folgen“ einschl. Unterschrift der Eltern
- Bei Bedarf Aufgriff des Vorfalls in der Streitschlichtersprechstunde

Stufe2 Wiederholtes oder grobes Fehlverhalten auf dem Schulhof / in der Schule in den Pausen:
- Gespräch mit Schulsozialarbeiter
oder Schulleitung


Aktionen:
- Eintrag ins MIA-Heft
- Information an Klassenlehrer/in
- Pausenverbot für den nächsten Tag
- Unaufgefordert das unterschriebene MIA-Heft vorzeigen und während der Pause im Schulleitungszimmer ein Arbeitsblatt
o. dgl. (vom Klassenlehrer / von der Klassenlehrerin) bearbeiten
 
Stufe 3 Kind kommt nicht unaufgefordert bzw. hat keine Unterschrift im MIA-Heft:
- Erneute Durchführung von Stufe 2 mit Kind
- Telefonat mit den Eltern und Festlegung eines Gesprächstermins (Schulsozialarbeiter mit Eltern und Kind)
- Thematisierung des Erziehungsvertrags
 
Stufe 4 Bei erneutem groben Fehlverhalten innerhalb eines Monats auf dem Schulhof / in der Schule oder bei nicht Einhaltung der bisherigen Stufen:
- Abholung des Kindes von den Eltern
- Gesprächstermin (Schulsozialarbeiter und Schulleitung mit Eltern und Kind)
- Angebot: Erziehungshilfe anbieten (Tipps, Einbindung der regionalen Schulberatungsstelle etc.)
- Zeitlich begrenztes soziales Training mit dem Kind durch Schulsozialarbeiter
 
Stufe 5 Bei weiterem groben Fehlverhalten auf dem Schulhof / in der Schule oder Nichteinhaltung der bisherigen Stufen (z.B. Termine nicht eingehalten):
- Einberufung der Teilkonferenz und Beschluss von Ordnungsmaßnahmen (z.B. befristeter Ausschluss vom Unterricht, Nachholen des Unterrichtsstoffs zuhause)
 

Für die vielfältige Schulsozialarbeit an unserer Schule haben wir darüber hinaus ein ausführliches Konzept erarbeitet, das weit über die oben geschilderten Aktivitäten hinaus geht.

Die Kinder der Grundschule Ummeln sollen sich jedoch nicht nur über ihre Pflichten, sondern auch über ihre Rechte bewusst werden. Nur wer seine eigenen Rechte kennt, kann die Rechte anderer respektieren und achten. Unter dem Motto „Kinder haben Rechte!“ ist der Projekttag Kinderrechte in allen Klassen und Jahrgangsstufen jährlich ein fester Bestandteil der Bildungs- und Erziehungsarbeit an unserer Schule. Wir sehen Kinder als eigenständige, sich entwickelnde und an der Gesellschaft teilhabende Persönlichkeiten und verstehen es als einen besonderen und wichtigen Auftrag, dass Kinder ihre Rechte kennenlernen und diese auch leben können. Ziel des Projekttages ist es daher, dass sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Ummeln aktiv-entdeckend und verantwortungsbewusst mit diesem facettenreichen und wichtigen Thema auseinandersetzen. Die gemeinsam dokumentierten Ergebnisse werden sowohl in der Schule ausgestellt.
Das MIA-Heft mit Mitteilungen, Informationen und Aufgaben (seit dem Schuljahr 2014/15) dient zusätzlich dem Austausch zwischen Lehrkräften, weiterem pädagogischen Personal und den Eltern und kann positive wie negative Rückmeldungen enthalten.

 Erziehungsvertrag.pdf                   Schulregeln.pdf